Anleitung: richtig mit Fichtenharz räuchern

Nachfolgend gebe ich euch eine kleine Anleitung, wie man seine Wohnung mit Fichtenharz effizient und sicher beräuchert.

Übrigens: es muss nicht das Fichtenharz sein, die Anleitung gilt für jedes Baumharz, welches schon seit Jahrtausenden als Räucherwerk genutzt wird. 

Speziell storaxhaltige Harze (Styrax) und ähnliche Baumharze werden in antiken Quellen (z.B. bei Plinius und Dioskurides) als wichtige Räuchermittel erwähnt, was ihre Verwendung bereits in der griechisch‑römischen Antike (vor rund 2000 Jahren) belegt.

 

Warum wird Baumharz verräuchert?

Die wichtigsten Gründe:

  • Religiöse und spirituelle Rituale: Harze wie Weihrauch, Myrrhe, Styrax oder heimische Nadelbaumharze wurden und werden bei Zeremonien, Gottesdiensten und Übergangsritualen verräuchert, weil der aufsteigende Rauch als Verbindung zur geistigen Welt oder zum Göttlichen gilt.

  • Angenehmer Duft und Wohlbefinden: Die ätherischen Öle im Harz sorgen beim Erhitzen für warme, würzige Düfte, die als wohltuend, stimmungsaufhellend und beruhigend beschrieben werden.

  • Gesundheitliche Aspekte: Baumharze – besonders Fichten‑ oder Tannenharz – gelten traditionell als reinigend und leicht desinfizierend und werden deshalb unter anderem in der Erkältungszeit zur Verbesserung der Raumluft genutzt ACHTUNG: das ist kein medizinischer Ratgeber. Räuchern ist keine anerkannte Medizin.

Wir räuchern, weil es gut riecht, weder aus religiösen noch gesundheitlichen Gründen. 

 

Welche Harze werden verräuchert?

Die am häufigsten verwendeten Baumharze zum Räuchern sind vor allem:

  • Weihrauch (Harz verschiedener Boswellia‑Arten; klassisches kirchliches Räucherharz mit stark balsamischem, teils zitronig‑würzigem Duft).

  • Myrrhe (Harz von Commiphora‑Arten; warm, erdig, leicht bitter‑süß, sehr beliebt für Schutz‑ und Meditationsräucherungen).

  • Fichtenharz / „Burgunderharz“ (heimisches Nadelbaumharz, waldiger, harzig‑herber Duft, wird oft als günstiger oder regionaler „Waldweihrauch“ verwendet). Oft hat er ebenfalls leicht zitronige Noten.

  • Benzoe / Styrax (Harze von Storax‑ bzw. Amberbäumen; sehr süß, vanillig‑balsamisch, häufige Zutat in Räuchermischungen und Parfums).

Unser Räucherharz wird in heimischen Wäldern geerntet und hat einen sehr angenehmen Fichtengeruch. 

 

Wie räuchert man Baumharz richtig?

Es gibt zwei Methoden zum Räuchern: auf Kohle oder oder auf Stövchen. 

Wir räuchern auf Stövchen, der Duft ist sanfter, dafür kaum Rauchentwicklung.


Methode 1: Räuchern auf Kohle (kräftiger Rauch)

  1. Feuerfeste Schale zu etwa drei Vierteln mit Sand füllen, damit die Hitze isoliert wird.
  2. Räucherkohle z.B. selbstentzündende Shishakohle mit Zange halten, mit Feuerzeug oder Streichholz entzünden, bis sie knistert und Funken schlägt.
  3. Kohle auf den Sand legen und 5–10 Minuten warten, bis sie vollständig glüht und sich ein grauer Aschebelag gebildet hat.
  4. Harz (möglichst zerkleinert) nur in sehr kleinen Mengen auf die Mulde der Kohle geben, bei Bedarf später nachlegen.
  5. Optional etwas Sand auf die Kohle streuen, damit das Harz langsamer verbrennt und weniger Rauch entsteht.
  6. Nach der Räucherung gut lüften, damit der dichte Rauch und gelöste „alte Energien“ abziehen können.

 

Methode 2: Räuchern auf Stövchen (sanfter Duft)

  1. Teelicht in das Räucherstövchen stellen und anzünden.
  2. Metallschale oder Räuchersieb aufsetzen; bei Sieb ohne Platte etwas Quarzsand aufstreuen, damit das Harz nicht verbrennt oder durch das Gitter tropft.
  3. Harz mit einem Mörser zu Pulver oder kleinen Körnchen zerkleinern, so verdampft es gleichmäßiger und aromatischer.
  4. Eine kleine Menge auf Schale oder Sieb geben; die Intensität regelst du über die Höhe des Siebträgers (näher an der Flamme = stärker).Wenn der Duft nachlässt oder das Harz „ausgekocht“ ist, Reste abkühlen lassen und später mechanisch (z.B. Drahtbürste, Erhitzen des Siebs über Flamme) entfernen.

Hier ein Beispielprodukt für ein Stövchen: Hier erhältlich).

 

Wichtige Sicherheitstipps

  • Immer feuerfeste Unterlagen und standfeste Gefäße verwenden, nichts Brennbares in der Nähe.

  • Rauch nicht direkt einatmen, sondern im Raum verteilen lassen; bei empfindlichen Personen und Tieren vorsichtig sein.

  • Nur kleine Mengen Harz verwenden und lieber öfter nachlegen, sonst wird es schnell zu intensiv.

  • Glut und Kohle vollständig ausglühen lassen, Gefäß nach der Räucherung noch lange heiß lassen und nie unbeaufsichtigt brennen.
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